50 Jahre Trialsport
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Motocross mit der "Stanglpuch" |
Walter Gsöll Senior ("Baujahr"
1939) hat 1956 in einer Gruppe von sechs bis zehn gleichaltrigen
Burschen begonnen die Straßen der Umgebung (Wr. Neustadt) mit einer
Puch MV 50 unsicher zu machen. Bald war es ihnen auf der Straße zu
langweilig, so suchte man im Gelände neue Herausforderungen:
Waldwege, Mulden und schräge Wiesen, auch wenn sie feucht waren,
befuhr man stundenlang.
Was Walter mit seinen Freunden da
machte war eher Moto Cross als Trial, aber mit der Zeit entwickelten
die Burschen ein Gefühl im "Popometer", so dass nach und nach auch
sturzfreie Tage möglich waren.
Bald nahm man an verschiedenen
Motorradsport-Veranstaltungen teil.
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Walter Gsöll (Nr 125) bei der Fahrt Quer durch Österreich,
31. Mai bis 2. Juni 1956 |
Der ARBÖ veranstaltete
vom 31 Mai bis zum 2. Juni 1956
eine Österreichrundfahrt
(Bild).
Die Teilnehmer starteten zur gleichen Zeit in Wien, Linz, Salzburg,
Klagenfurt und in Graz. Walter startete in Wien, kam aber leider nur
bis zum Großglockner wo er mit seinem Moped (durch starken Regen)
Zündungsprobleme bekam. Schiebend und teilweise tretend wie beim
Fahrrad erreichte er den Bahnhof in Zell am See und fuhr, das Moped
verladen, mit dem Zug nach Wr. Neustadt zurück. Sein erster
"Ausfall".
Immer öfter gab es Moped-Motocross
oder Wertungsfahrten am Wochenende. |

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Steil bergauf ging es mit den 1,4 PS der
Puch
nur mit Schwung |
Erste Trialbewerbe
Walter erinnert sich daran, schon 1956 den ersten Bewerb nach
Trialregeln teilgenommen zu haben.
Genau weiß er aber nicht mehr, wo das war. Eines weiß er sicher
noch: Es war eher ein Zufall, denn er hatte eigentlich noch keine
Ahnung was Trial ist. Er wusste nur, dass es sich um einen
Motorrad-Bewerb handelte, also nichts wie hin!
Man fuhr natürlich zur Veranstaltung hin,
fuhr den Bewerb und dann wieder nach Hause - alles mit dem
"Wettbewerbs-Fahrzeug". Und am Montag fuhr man damit wieder zur Arbeit - also waren Modifikationen nur im engsten Rahmen möglich.
An Reifen verwendete man, was man hatte. Es gab
Leute, die mit normalen Straßenreifen Moto Cross Läufe gewannen. |

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Eine österreichisch-trialhistorische Aufnahme:
Walter Gsöll
mit seiner KTM 125 beim bedeutenden Lilienfelder Trial... |
Mehr Leistung war gefragt
So musste 1958 ein neues, stärkeres Motorrad her. alter kaufte sich
eine KTM 125 Mustang. "Das war damals ein super Motorrad", sagt
Walter heute darüber. Jetzt beginnt die Zeit, aus der es bereits
Belege für Walters Teilnahme an Trials gibt.
Zeitungsausschnitt vom 14.9.1958

Der Österreichische Motorfahrerverband führte gestern anstatt
seines traditionellen Traisner Rupert-Hollaus-Gedächtnis-Moto-cross
in Hof am Leithagebirge ein Trial für einspurige Fahrzeuge nach
englischem Muster durch.
Auf einem 800 Meter langen, fünfmal zu durchfahrenden Rundkurs waren
fünf mit schweren Hindernissen und Slalomflaggen gespickte
Prüfungsstrecken (Sektionen) abgesteckt. Für jede Unsicherheit, wie
ein-oder mehrmaliges Berühren des Bodens mit dem FuB, Stillstand der
Räder oder gar Sturz wurden Schlechtpunkte vergeben. Von 62 Startern
gelang es in jeder Klasse nur dem Sieger, strafpunktefrei über den
Kurs zu kommen. Bei den Motorrädern glückte diese Prachtleistung dem
Motocross-Crack Pruckner, der seine BSA in blendendem Stil durch die
Sektionen brachte.
Ergebnis - Motorräder: 1. Pruckner (0 Schlechtnunkte), 2. Gsöll (1), 3.
H. Berger (4).
Ergebnis - Mopeds: 1. Schnedl (0 Schlechtpunkte), 2. Sulka
(1), Mylius (3).
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Walter Gsöll bei einem Moto Cross 1961 |
Zahlreiche Bewerbe
In Walters chronologisch geordneten Fotoalbum gibt es
im Abschnitt zwischen 1958 und 1963 eine große Zahl von Fotos von
verschiedensten Veranstaltungen die er alle mit seiner KTM bestritt.
Ich habe nur die besten Fotos aus dem Album gescannt, und gebe hier
die Titel einiger Fotos wieder:
Alpenfahrt 1958, Eisenstädter Bergwertungsfahrt am
30. März 1958,
Wintertourenfahrt 1958, Berg und Geländewertungsfahrt
am 23. 9. 1961, Moto Cross 1961, Internationale Alpenfahrt 1963 im
Bundesheer-Team, ... |

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Internationale Alpenfahrt 1963,
Start mit der Heeresmannschaft |
Ein neuer Abschnitt
1962 verkaufte Walter Gsöll seine
KTM 125 Mustang, denn nun begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt.
Durch die Familiengründung, sein Sohn Walter II. kam 1963 auf die
Welt, war nun Motorradpause bis 1970.
Ausnahmen gab es aber auch in
dieser Zeit: 1963 nahm Walter an der internationalen Alpenfahrt als
Mitglied der Heeresmannschaft teil. Offensichtlich machte er dabei
eine glänzende Figur, denn bald wurde er beim Heer Fahrschullehrer
für Motorradfahrer.
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Walter Gsöll Junior mit der "Bastel-KTM"
beim Trial in Sittendor, 1977
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Die Zeit des Junior
1970 kaufte Walter sich wieder eine
alte KTM und bastelte daran mehr - oder weniger erfolgreich herum.
1973 kaufte er eine Puch VZ 50, 3 Gang "Leiche" und baute daraus ein
Trialgerät für seinen Sohn.
Nebenbei war auch noch eine KTM 125 Enduro in
Gebrauch.
Später fuhr sein Sohn aber auch mit der
vorher genannten "Bastel-KTM".
Von 1977 bis 1987 findet man in
diversen Berichten von Trialveranstaltungen den Namen Walter Gsöll
meist doppelt. Da steht zwar meist dabei Junior und Senior zur
Unterscheidung dabei, aber Eingeweihte wissen ohnehin, dass fast
immer so war, dass der Junior im Ergebnis vor dem Senior lag.
1987 beendete Walter Gsöll Junior
seine Trial Karriere, um sich auf seinen Beruf zu konzentrieren, in
dem er bis heute sehr erfolgreich ist.
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1977 fährt Walter Senior eine Bultaco |
Die Liebe zu den Motorrädern
Immer wieder bevölkerte eine bunte Schar von
Zweirädern Walters Garage. Von den ersten Puch Zeiten zur KTM 125,
wieder KTM, wieder Puch und dann der Moment, in dem die erste
spanische Vollblut Trial von Bultaco erworben wurde. Aber da ging
es erst richtig los!
Nach der Bultaco übernahm die Marke Fantic die
Vorherrschaft in Walters Garage. Zeitweise waren es gleich mehrere
zugleich. In den 90er Jahren hatte Walter dann seine zweite
Puch-Ära. Es wurden alte Puch-Motorräder und Mopeds repariert oder
zu Trials umgebaut. Daneben immer wieder Sammeln, was die
Brieftasche zulässt.
In den letzten Jahren machte Walter den Schritt zum
Motorrad-Bauer. Nach einigen Puch Experimenten, baute er noch eine
Aprilia mit Yamaha Viertakt Motor, und eine Moto Guzzi Stornello
160 zu einem wunderschönen Trial Motorrad umgekrempelt. Aber das
sind ganz eigene Geschichten, die ich auf weiteren Seiten erzählen
will. |


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Walter Gsöll sen.

geb. 1939
wohnhaft in
Wienerneustadt
Beruf: Beamter a. D.
Motorrad - derzeit:
Fantic 125
"ApriYama" 4T
Moto Guzzi
FanDa |

Die "Stanglpuch"
bildete die Basis ...
... für die Motorradbegeisterung von Walter Gsöll. Zur Zeit
seiner ersten Puch gab es noch kaum eine echte Trialszene in Österreich.
Wer ein motorisiertes Zweirad, Talent und Mut hatte, machte überall mit,
wo Moped- und Motorradfahrer sich messen konnten.
Ob Moped-Motocross, Wertungsfahrten (~Enduro) oder
Bergrennen, überall versuchte man sein Können zu messen.

Wheeley mit der Stanglpuch -
für Walter kein Problem
Zeitdokument: Bericht von
Wintertrialcup 1982
[
Wintertrialcup 1982 ] |