Lion Rapide - Salira

Quelle: wikipedia - Lion-Rapide

Lion Rapide

Lion-Rapide ist eine historische belgische Marke für Fahrräder, Behindertenfahrzeuge und Motorräder. Letztere wurden auch unter der Marke Salira verkauft. Lion-Rapide und Salira waren Marken der Firma Steveninck & Fils. Die Produktionszeit reichte lediglich von 1936 bis 1957.

Lion Rapide Starrrahmen mit Villiers 100er Motor. Die wirtschaftlichen
Leichtgewichtmotorräder waren nach dem Krieg sehr gefragt.

Hintergrund

Das Unternehmen wurde 1923 vom Ehepaar Camille und Steveninck Huylebroek-in Hofstade gegründet. Ihre Söhne waren fest in das Unternehmen eingebunden, Franz arbeitete in der Verwaltung und Vertrieb, Lucien war für die technische Entwicklung zuständig. Auch Adolphe Fohl arbeitete in diesem Betrieb bevor er von Kreidler als Entwickler abgeworben wurde. Ursprünglich beschäftigte sich der Betrieb mit Email- und Nickelbeschichtung und man baute Fahrräder. Der Erfolg bei den Fahrrädern ließ den Betrieb schnell wachsen was zum zweimaligen Umzug der Anlage zwang, bis man in Kattestraat landete.

1930 baute man bereits 60 cm³ Motoren von Sachs auf eigene Fahrräder.

Lion-Rapide Motorräder

Lion Rapide (Salira ), bot in Alost / Belgien ein Motorrad in vereinfachter
Ausstattung mit dem Ilo-Twin an. Es sollte das Volksmotorrad zu Volkspreisen
sein. Meist waren Tank, Felgen und Auspuff lackiert, was den Preis senkte.
(Quelle)

Ab 1936 wurden echte Motorräder gebaut, die jetzt mit 100 cm³ - und 125 cm³ Sachs-Motoren ausgestattet wurden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion gestoppt, aber die Familie entwickelte in den Kriegsjahren eine hydraulische Teleskopgabel. Darüber hinaus wurden - heimlich - einige Dreirad-Transporter auf Bestellung hergestellt.

1946 nahm die Firma sofort wieder die Arbeit auf. Die Motoren wurden jetzt von Villiers bestellt, man verwendete den 125er - und den 200 cm³ Motor.

Die Familie Steveninck beschloss sofort groß einzusteigen: Testfahrer wurden eingestellt um die neue Gabel zu testen, und man ließ Fahrer an Zuverlässigkeitsfahrten teilnehmen. Das Unternehmen wuchs abermals über die Kapazität des Hauses hinaus und man übersiedelte mit der Produktion nach Erembodegem.

Der Erfolg der Lion-Rapide Motorräder war vor allem darin zu suchen, dass man sich besonders auf die Leichtgewichtmotorräder konzentrierte, was in der schwierigen ökonomischen Lage nach dem Krieg besonders hohe Käuferzahlen sicherte. Aber 1951 sah man sich dann doch veranlasst, ein stärkeres Motorrad anzubieten. Man baute also ein Modell mit einem 350 cm³ OHV-Viertaktmotor der belgischen Marke FN.

Salira

Salira mit Villiers 200 Motor. Leicht, billig und zuverlässig war gefragt.

1953 wird aus dem Familienunternehmen ein Konzern (Societe Anonyme Liauf Rapide -Salira). Von dieser Zeit an wurden die Motorräder unter beiden Markennamen vermarktet: die Luxusmodelle als "Lion Rapide", die Öko-Modelle als "Salira“. 1955 wird die Marke "Lion Rapide" völlig gestrichen und alle Modelle wurden als Salira angeboten. Mittlerweile werden auch Ilo-Zweitaktmotoren bis 250cm³ verwendet. Im selben Jahr erschienen die ersten Salira Mofas mit 48cm³ HMW-Motoren.

Hier wird von einer Zeit berichtet, in der die Motorradindustrie in Belgien, wie in ganz Europa, durch die aufkommenden Kleinwagen stark unter Druck kamen. Die „großen Drei“ in Belgien, FN, Sarolea und Gillet, hatten ums Überleben zu kämpfen. Salira musste zuerst einige Modelle streichen und wich erst einmal auf Mopeds aus, aber 1957 beschloss die Firmenleitung die Produktion der Mopeds auch aufzugeben. Man stieg auf die Herstellung von Öfen um.

 Salira Trial 200

Salira Trial mit dem Villiers 200er Motor - eine echte Rarität

Belgien war das Brückenland über das der Trialsport den Sprung von der Insel auf das Festland geschafft hat. Da die Lion-Rapide Maschinen nach dem Krieg mit Villiers-Motoren ausgestattet wurden, hatte man  also Kontakt zu jenen Motorenbauer, der die Leichtgewicht-Revolution in England mit verursacht hatte. Da Trialmotorräder auf der Insel ein gutes Geschäft waren und Trial in Belgien bereits bekannt war, versuchte man es auch hier mit einem Trial-Modell.

Bekannt ist, dass dieses Motorrad mit einen 197cm³ Motor mit Viergang-Trial-Getriebe ausgestattet war. Es wurde in einer kleinen Serie gebaut, aber die Zahl der abgesetzten Motorräder war zu gering, weshalb die Produktion bald wieder eingestellt wurde.

Bauzeit: 1953 und 1954 - als Lion Rapide auch schon mindestens seit 1952 ...

 Marcel Verhaegen auf Salira Trial Spezial (Quelle )

Marcel Verhaegen - Bild

Marcel Verhaegen begann 1947 als Hobby Motocrosser, und wurde 1956 belgischer MX Meister in der offenen Klasse, und 1957 in der kleineren 250er Klasse.

Außerdem fuhr er Trial in der Experten Klasse. Verhaegen wurde vom Salira-Werk unterstützt und seine Salira Trial 200 wurde vom Werk eigens auf seine Körpergröße abgestimmt.

Trialsport in Belgien

In Belgien findet sich die erste Wiege des kontinentalen Trialsports, von hier aus wurde auch der Sport zuerst in Deutschland und Frankreich befruchtet, um dann allmählich den Weg über die Alpen zu finden.

Schon ab 1926 gibt es Bewerbe die zwischen den Motorradclubs von Lüttich und von Sheffield ausgetragen wurden.

Ab 1936 gab es in Belgien nationale Trials

Jacques Ickx organisierte 1938 und 1939 das Hageland-Trial von Lubbeek. Die Teilnehmer fuhren in Gruppen an die Sektionen, durchfuhren sie, fuhren zur nächsten Sektion und "verwandelten" sich bedarfsweise nebenbei in Punktrichter.

[ Trialhistorie Belgien ]

 Die Lion Rapide Z201 von Finn Andersen

Bald nach Veröffentlichung meiner "Forschungsergebnisse" zur Marke Lion Rapide schrieb mir Finn Andersen aus Dänemark, dass er vor wenigen Jahren in Deutschland ein Lion Rapide Trialmotorrad, Baujahr 1952 gekauft hat. Das belegt, dass auch unter dem Markennamen Lion Rapide Trialeisen vermarktet wurden - und das zumindest im Jahr 1952.

Vielen Dank an Finn Andersen für diese beiden wunderschönen Fotos der sicherlich sehr seltenen Maschine.

iowa

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[ Lion Rapide ]

Lion Rapide

Die belgische Marke Lion Rapide hat von 1936 bis 1939, und dann wieder von 1946 bis 1957 Motorräder produziert.

Vor dem Krieg wurden Sachs-Motoren verwendet, nach dem Krieg verwendete man Villier, Ilo und FN Motoren.

Nach 1950 wurde eine zweite Marke etabliert, Salira. Salira steht für Societe Anonyme Liauf Rapide, und ab 1953 wurden alle motorräder unter dieser Marke verkauft.

In den 1950er Jahren gab es für kurze Zeit auch Trial-Motorräder mit dem 200er Villiers Triebwerk

Salira

"Quellen"

Finn Andersen

Aus dem Web:

wikipedia - Lion-Rapide

cybermotorcycle.com

www.ig-jlo-twin.eu

hulsmannmotor.nl

Übersetzung: Webermichl