Lion Rapide
Lion-Rapide ist eine historische belgische
Marke für Fahrräder, Behindertenfahrzeuge und Motorräder.
Letztere wurden auch unter der Marke Salira verkauft.
Lion-Rapide und Salira waren Marken der Firma Steveninck & Fils.
Die Produktionszeit reichte lediglich von 1936 bis 1957. |
|

Lion Rapide Starrrahmen
mit Villiers 100er Motor. Die wirtschaftlichen
Leichtgewichtmotorräder waren nach dem Krieg sehr gefragt. |
Hintergrund
Das Unternehmen wurde 1923 vom
Ehepaar Camille und Steveninck Huylebroek-in Hofstade gegründet.
Ihre Söhne waren fest in das Unternehmen eingebunden, Franz
arbeitete in der Verwaltung und Vertrieb, Lucien war für die
technische Entwicklung zuständig. Auch Adolphe Fohl arbeitete in
diesem Betrieb bevor er von Kreidler als Entwickler abgeworben
wurde. Ursprünglich beschäftigte sich der Betrieb mit Email- und
Nickelbeschichtung und man baute Fahrräder. Der Erfolg bei den
Fahrrädern ließ den Betrieb schnell wachsen was zum zweimaligen
Umzug der Anlage zwang, bis man in Kattestraat landete.
1930 baute man bereits 60 cm³
Motoren von Sachs auf eigene Fahrräder. |

Lion-Rapide Motorräder
|

Lion Rapide (Salira ),
bot in Alost / Belgien ein Motorrad in vereinfachter
Ausstattung mit dem Ilo-Twin an. Es sollte das Volksmotorrad zu
Volkspreisen
sein. Meist waren Tank, Felgen und Auspuff lackiert, was den
Preis senkte.
(Quelle) |
Ab 1936 wurden echte Motorräder
gebaut, die jetzt mit 100 cm³ - und 125 cm³ Sachs-Motoren
ausgestattet wurden.
Während des Zweiten Weltkrieges
wurde die Produktion gestoppt, aber die Familie entwickelte in
den Kriegsjahren eine hydraulische Teleskopgabel. Darüber hinaus
wurden - heimlich - einige Dreirad-Transporter auf Bestellung
hergestellt.
1946 nahm die Firma sofort
wieder die Arbeit auf. Die Motoren wurden jetzt von Villiers
bestellt, man verwendete den 125er - und den 200 cm³ Motor.
Die Familie Steveninck
beschloss sofort groß einzusteigen: Testfahrer wurden
eingestellt um die neue Gabel zu testen, und man ließ Fahrer an
Zuverlässigkeitsfahrten teilnehmen. Das Unternehmen wuchs
abermals über die Kapazität des Hauses hinaus und man
übersiedelte mit der Produktion nach Erembodegem.
Der Erfolg der Lion-Rapide
Motorräder war vor allem darin zu suchen, dass man sich
besonders auf die Leichtgewichtmotorräder konzentrierte, was in
der schwierigen ökonomischen Lage nach dem Krieg besonders hohe
Käuferzahlen sicherte. Aber 1951 sah man sich dann doch
veranlasst, ein stärkeres Motorrad anzubieten. Man baute also
ein Modell mit einem 350 cm³ OHV-Viertaktmotor der belgischen
Marke FN.
|

Salira
|

Salira mit Villiers 200
Motor. Leicht, billig und zuverlässig war gefragt. |
1953 wird aus dem
Familienunternehmen ein Konzern (Societe
Anonyme Liauf
Rapide -Salira).
Von dieser Zeit an wurden die Motorräder unter beiden Markennamen
vermarktet: die Luxusmodelle als "Lion Rapide", die Öko-Modelle als
"Salira“. 1955 wird die Marke "Lion Rapide" völlig gestrichen und
alle Modelle wurden als Salira angeboten. Mittlerweile werden auch
Ilo-Zweitaktmotoren bis 250cm³ verwendet. Im selben Jahr erschienen
die ersten Salira Mofas mit 48cm³ HMW-Motoren.
Hier wird von einer Zeit berichtet,
in der die Motorradindustrie in Belgien, wie in ganz Europa, durch
die aufkommenden Kleinwagen stark unter Druck kamen. Die „großen
Drei“ in Belgien, FN, Sarolea und Gillet, hatten ums Überleben zu
kämpfen. Salira musste zuerst einige Modelle streichen und wich erst
einmal auf Mopeds aus, aber 1957 beschloss die Firmenleitung die
Produktion der Mopeds auch aufzugeben. Man stieg auf die Herstellung
von Öfen um.
|

Salira Trial 200
|

Salira Trial mit dem
Villiers 200er Motor - eine echte Rarität |
Belgien war das Brückenland über
das der Trialsport den Sprung von der Insel auf das Festland
geschafft hat. Da die Lion-Rapide Maschinen nach dem Krieg mit
Villiers-Motoren ausgestattet wurden, hatte man also Kontakt
zu jenen Motorenbauer, der die Leichtgewicht-Revolution in England
mit verursacht hatte. Da Trialmotorräder auf der Insel ein gutes
Geschäft waren und Trial in Belgien bereits bekannt war, versuchte
man es auch hier mit einem Trial-Modell.
Bekannt ist, dass dieses Motorrad
mit einen 197cm³ Motor mit Viergang-Trial-Getriebe ausgestattet war.
Es wurde in einer kleinen Serie gebaut, aber die Zahl der
abgesetzten Motorräder war zu gering, weshalb die Produktion bald
wieder eingestellt wurde.
Bauzeit: 1953 und 1954 - als Lion
Rapide auch schon mindestens seit 1952 ...
|

|

Marcel Verhaegen
auf Salira Trial Spezial (Quelle
) |
Marcel Verhaegen - Bild
Marcel Verhaegen begann 1947 als
Hobby Motocrosser, und wurde 1956 belgischer MX Meister in der
offenen Klasse, und 1957 in der kleineren 250er Klasse.
Außerdem fuhr er Trial in der
Experten Klasse. Verhaegen wurde vom Salira-Werk unterstützt und
seine Salira Trial 200 wurde vom Werk eigens auf seine Körpergröße
abgestimmt.
Trialsport in Belgien
In Belgien findet sich die erste
Wiege des kontinentalen Trialsports, von hier aus wurde auch der
Sport zuerst in Deutschland und Frankreich befruchtet, um dann
allmählich den Weg über die Alpen zu finden.
Schon ab 1926 gibt es Bewerbe die
zwischen den Motorradclubs von Lüttich und von Sheffield ausgetragen
wurden.
Ab 1936 gab es in Belgien nationale
Trials
Jacques Ickx organisierte 1938 und
1939 das Hageland-Trial von Lubbeek. Die Teilnehmer fuhren in
Gruppen an die Sektionen, durchfuhren sie, fuhren zur nächsten
Sektion und "verwandelten" sich bedarfsweise nebenbei in
Punktrichter.
[ Trialhistorie Belgien
]
|

Die Lion Rapide Z201 von Finn
Andersen
Bald nach
Veröffentlichung meiner "Forschungsergebnisse" zur Marke Lion Rapide
schrieb mir Finn Andersen aus Dänemark, dass er vor wenigen Jahren
in Deutschland ein Lion Rapide Trialmotorrad, Baujahr 1952
gekauft hat. Das belegt, dass auch unter dem Markennamen Lion Rapide
Trialeisen vermarktet wurden - und das zumindest im Jahr 1952.
Vielen Dank an
Finn Andersen für diese beiden wunderschönen Fotos der sicherlich
sehr seltenen Maschine.

 |

iowa

|

|
Lion Rapide |
|

Die belgische Marke Lion
Rapide hat von 1936 bis 1939, und dann wieder von 1946 bis 1957
Motorräder produziert.
Vor dem Krieg wurden
Sachs-Motoren verwendet, nach dem Krieg verwendete man Villier,
Ilo und FN Motoren.
Nach 1950 wurde eine
zweite Marke etabliert, Salira. Salira steht für
Societe
Anonyme
Liauf
Rapide, und ab 1953
wurden alle motorräder unter dieser Marke verkauft.
In den 1950er Jahren gab
es für kurze Zeit auch Trial-Motorräder mit dem 200er Villiers
Triebwerk |
|
Salira |


|