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Walter Lufts Leichtgewicht mit Pfiff
In aller Stille hat Österreichs Trial-As Walter Luft in seiner Wiener Werkstatt ein Motorrad gebaut, das sowohl in der Gesamtkonzeption als auch im Detail Trial-Freunde interessieren muss. Da ist zunächst einmal das Trockengewicht dieses Geräts, das kaum mehr als 70 Kilogramm beträgt. Mit einem 250er Motor! Der Rahmen besteht aus Chrom-Molybdän-Rohren und ist unten offen. Wie sehr schon hier an Gewicht eingespart wurde, beweisen die durchsiebten Rahmenteile (siehe Foto). Im Rahmenkopf befinden sich Kegelrollenlager. Bild rechts: Luft Puch 1975 - gewaltige Bodenfreiheit, Motor vom Vorgänger (Basis MC 250er). |
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Der Motor ist aus Lufts früherer Maschine übernommen. Er entstand auf der Basis eines 250er Puch Moto Cross-Motors und wurde von Luft weitgehend modifiziert. Äußerlich sichtbares Zeichen dieser Modifikationen sind die vielen Bohrungen in den Kühlrippen, die u. a. eine Gewichtsersparnis von rund 1½ Kilogramm erbrachten. Der Motorgehäusedeckel auf der Schwungmassen-Seite wurde übrigens von Luft auf der "Basis" eines Alu-Kochtopfs hergestellt. Die Schwungmasse selbst hat das stolze Gewicht von über drei Kilogramm, was die Verwendung besonders starker Kurbelwellenlager nötig machte. Momentan hat Luft noch Probleme mit der Abstimmung der neuen Auspuffanlage. Bild Links: Der neue Auspuff macht noch sorgen - da muss noch was geschehen ... |
Revolutionäre Lösungen
Die Räder sind zwar — nach außen hin — klassisch aufgehängt, dennoch sind auch hier revolutionäre Lösungen versteckt. Die Vordergabel hat — wiederum eine Gewichtsersparnis — keine Federn.Die Federung besorgen Gaspolster, gedämpft wird mit Öl. Mittels eines zwischen den Brustrohren des Rahmens angebrachten Manometers kann Luft den Gasdruck in der Gabel kontrollieren und gegebenenfalls über ein Ventil verändern. Dabei gilt die Regel: mehr Druck für schnellere Fahrten, weniger für besonders langsame Sektionen, auf denen ein extrem sensibles Ansprechen der Gabel erwünscht ist. Die Gleitrohre haben nur zwei Millimeter Wandstärke und sind gegen seitliche "Feindberührung" - der Feind ist in diesem Fall das Gelände — mit einem PVC-Schutzschild geschützt. Bei der Gabelfaust finden sich wieder Bohrungen zur Gewichtsersparnis, genauso wie in der oberen Gabelbrücke. Die Leichtmetall-Bremsnabe ist aus dem gleichen Grund abgedreht. Die Vorderachse ist versetzbar (siehe Foto), was wiederum eine abstufbare Anpassung der Fahreigenschaften an die jeweiligen Anforderungen möglich macht. Bild Oben: die Verschluss-Stücke mit Leitungen zum Manometer (mit Ventil). Bild mitte: Versetzbare Vorderachse. Bremsanker aus einem Schistock gefertigt. Bild links: Der Zylinderkopf weist zahlreiche Bohrungen auf - hoffentlich schadet das dem Wärmefluss nicht zu sehr! |
Gewichtsersparnis: an allen Ecken und Enden
Trotz der sehr großen Bodenfreiheit wird das Motorgehäuse durch eine handgeschmiedete Titan-Platte geschützt. Auf diese wurde noch eine elastische Kunststoff-Schicht aufgebracht. Apropos Titan: die meisten Kleinteile an Lufts neuer Maschine sind, soweit möglich, aus Titan. So z. B. die meisten Schrauben, das Bremsgestänge, Bremshebel, Achsen, Fußrasten (handgeschmiedet) usw. Hinten wird das Rad mit etwas nach vorn versetzten Federbeinen abgestützt, deren Körper aus Dural gedreht ist. Einsame Spitze ist der Luft’sche Kettenschutz: Plastikrohre besorgen nicht nur diese Aufgabe, sondern auch die optimale Führung der Kette. Oben: Der Rahmen wiegt mit Schwinge nur 7 kg. Links: Federbeinkörper aus Dural handgedreht. Rechts: Schmaler geht's kaum. |
Saubere Detaillösungen:Bei den Reifen ließ sich der einfallsreiche Wiener Schlossermeister noch einen besonderen Gag einfallen. Er montierte Sicherungen in Form von mit zentraler Schraube fixierbaren Brücken, an deren Enden je ein Dorn durch die Felge in den Wulst des Reifens ragt und so ein Verschieben der Decke verhindert. Mit der extrem leichten, überaus schmalen Maschine dürfte Walter Luft damit vom Material her einer der bestgerüsteten Trialfahrer der europäischen Klasse sein. St. Oben: Der Luftsche Kettenschutz. Man beachte die Aufsätze in der hinteren Felge, die zur Fixierung des Reifens dienen. Unten: Kegelrollenlager im Steuerkopf |
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Giacomo Agostini auf der neuen 350 ccm-Werks-Yamaha
beim WM-Auftakt In Frankreich.
Foto: V. Rauch.
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