Puch Yeti 300 Spezial

 Sieg bei Yeti Debüt

Quelle: Nicht identifizierter Zeitungsausschnitt

Yeti 300 Special beim WM Lauf in Großbritannien 1978

Einen geradezu sensationellen Erfolg landete Puch mit der brandneuen Yeti 300 beim ersten Lauf zur österreichischen Trial-Staatsmeisterschaft 1978 in Rothenbuch: Franz wurde mit 48,6 Punkten überlegener Sieger vor Walter Luft (60,4 P.) und Thomas Kloss (69,2 P.). Die Maschine, eine Neuentwicklung der Puch-Werke in Graz-Thondorf, trat bei dieser Veranstaltung erstmals in der Öffentlichkeit auf.

1977 wurde die nur 76 kg schwere Trialmaschine unter Zugrundelegung der reichen Erfahrungen, die man bereits mit den erfolgreichen 50 ccm Cobra-Modellen hatte, entwickelt. Um den enormen Beanspruchungen im Wettbewerbseinsatz standhalten zu können, ist der Rahmen aus hochwertigen Chrommolybdänrohren in Doppelschleifenbauweise gefertigt. Leichtigkeit und Steifheit sind Trumpf. Bei der teilweise aus Magnesium bestehenden vorderen Teleskopgabel wurde eine neuartige Versteifungsbrücke zwischen den Gabelstiefeln montiert, um Verwindungen zu verhindern.

Puch Rahmen mit Rotax Drehschieber-Motor, der später auf
Schlitzsteuerung umgebaut werden musste, da SWM das
Exklusivrecht auf den drehschiebergesteuerten Motor hatte.

Interessante Detailkonstruktionen sind beispielsweise die Achsösen in den Enden der Hinterradschwinge, die so angeschweißt sind, dass durch einen schrägen Rohrschnitt einerseits ein allmählicher Querschnittsübergang erfolgt, andererseits eine möglichst lange Schweißnaht zur Aufnahme der Kräfte entsteht. Oder die Hinterradkette: im unteren Rahmendreieck wird sie durch eine Kettenführung unabhängig vom Einfederungszustand Kraft gespannt und gleichzeitig am Abspringen vom Zahnkranz gehindert. Eine Vollabdeckung zum Reifen hin verhindert das Verschmutzen der Kette. Und zur Gewichtsersparnis sind Vorder- und Hinterachse hohl gebohrt.

Bei der Yeti werden die Abgase durch eine sturzgeschützte Auspuffanlage mit zwei großvolumigen Absorptions-Resonanzdämpfern ins Freie geleitet. Der Motor ist ein Drehschieber-gesteuerter Zweitakter mit einem Hubvolumen von 277 ccm. Für die richtige Beatmung sorgt ein Amal-Vergaser mit 27 mm Durchlass. Die Steuerzeiten des Triebwerks gewährleisten einen fülligen und breiten Drehmomentverlauf. Mit einer Bodenfreiheit von 310 mm (!) lassen sich auch hohe Felskanten überklettern, der bullige Motor, mit sechs Gängen versehen, bietet dem Fahrer die Möglichkeit jederzeit die 13,96 kW (19 PS) des Motors auf den Boden zu bringen. Der Fahrer der Yeti, der Grazer Elektrotechnikstudent Franz ist der Sohn des Erbauers der Yeti.

Tecnische Daten: Yeti 300 Spezial

Baujahr

1978

Typ

Einzylinder-Zweitakt-Drehschiebermotor, Rotax

Bohrung/Hub (mm)

76/61

Hubraum

277cm³

Verdichtung

8:1

Leistung: PS bei 1/min

19 bei 6200

Leistung: kW bei 1/min

13,9 bei 6200

Motorschmierung

Öl-Benzingemisch 1:50

Vergaser

Amal 27 mm

elektrische Anlage

kontaktlose Bosch-Thyristorzündung, MHKZ 6 V 35 W

Kupplung

Mehrscheibenkupplung im Ölbad

Getriebe

6-Gang:
1. i = 3,40;     2. i = 2,66;     3. i = 1,93;
4. i = 1,38;     5. i = 0,76;     6. i = 0,53

Rahmen

Chrom-Molybdänrohre, nahtlos gezogen, Doppelschleife, 6kg

Federung vorne

Marzocchi-Telegabel, teilweise Magnesium, Federweg 170 mm

Federung hinten

Schwingarm mit Federbeinen, Federweg 160 mm

Räder-Bereifung

 v: 2,75-21, Bremse 120 mm;
h: 4,00-18, Bremse 110 mm

Länge/Breite

2050/810

Radstand (mm)

1320

Bodenfreiheit (mm)

310

Trockengewicht (kg)

78 !!!

Fahrleistungen

Steigfähigkeit bis an die Haftgrenze

Sonstiges

weitere Ausführungen ohne Drehschiebermotor

Aus: "Das große Puch Buch" von Fritz Ehn

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