Im Geiste der alten Tage (10.08. 2007)
Trialhistorisches
Seminar
beim Classic Trial in Ebenau, 2007
Am 28
– 29 Juli 2007 war es wieder einmal so weit. Das Trial Team Berndorf
lud wieder zum Classic Trial in Ebenau/ Heiligenstein ein. Ebenau
gilt österreichweit als Mekka der Liebhaber alter Trialmotorräder
und der klassischen Fahrweise. Dass die Veranstaltung auch jenseits
der Staatsgrenzen einen ausgezeichneten Ruf genießt, wurde durch die
Tatsache belegt, dass Teilnehmer aus Deutschland, Schweiz, Belgien
und Großbritannien nach Ebenau gefunden haben. |

Das
Gelände
Das Fahrerlager liegt auf einer leicht geneigten
Wiese mit einem wunderbaren Blick auf einen Stausee.
Das Trialgelände in
Ebenau erstreckt sich über ein geschlossenes Waldstück an der Flake
eines Kalkstocks. Steilhänge, Schluchten und Geröll verteilen sich
gleichmäßig auf die gesamte Fläche. Zwischen Wurzelspinnen und
Steinstufen befinden sich Schlammlöcher und Geröll führende
Rinnsale. So sollte Trialgelände aussehen –
jede nur erdenkliche Möglichkeit Sektionen zu bauen. Nun kommt es
also auf den Sektionsbauer an, Spuren zu
finden, die zu den „Alten Eisen“ passen. Und hier liegt sicherlich
eine der Stärken von Ebenau. Hans Haigermoser zaubert Sektionen,
durch die zwar alle Motorradklassen fahren können (teilweise auch
Gespanne), aber doch auch
die modernsten Klassen voll fordern. Er versteht es einem Gelände
die schönsten und spannendsten Fahrerlebnisse abzugewinnen, ohne
Fahrer oder Maschine zu gefährden.
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Begegnung
der Generationen
Bild
links: Peter Ehringer
Das
Fahrerlager in Ebenau, rund um den Stoanabauer Hof wird für diese
zwei Tage ein Ort der Motorsport-Nostalgie. Die Trialstars aus den
1960er bis in die 1980er Jahre fahren im Geiste der alten Zeiten
ihre Motorräder von damals.
Gastgeber Herbert Kendlinger, selbst eine Trial-Legende hat seine
alten Weggefährten Walther Luft, Joe Wallmann (ohne Motorrad),
Hubert Erbler und Walter Gsöll mit den jungen Classic Fans wie
Markus Adamec und Philip Kornherr zu einem
Leistungsvergleich der Generationen zusammengebracht. Dass das
Ergebnis dieses Leistungsvergleiches Nebensache war, versteht sich.
Im Vordergrund stand der menschliche Austausch und die Einsicht,
dass der Sport auch heute mit den damaligen
Motorrädern großen Spaß bereitet. |

Internationale
Stars
Bild:
Eddi Zels (Bel) Neben
den heimischen Legenden fanden auch Internationale Trialfahrer mit
großer Geschichte und mit großem Können nach Ebenau.
Allen Voran möchte ich da die beiden Briten George Greenland (75)
und Joe Howells (72) nennen. Greenland bewegt eine 285ccm
Eigenbaumaschine auf Basis einer Royal Enfield 250 ccm, und Howells
scheucht eine ungefederte BSA 150 (auf 175 aufgebohrt) durch die
Sektionen.
Günter Ruttloff und Sepp Lippacher trugen einen besonderen Euro-Cup
aus. Beide fuhren auf einer, von Ruttloff gebauten“ „Euro“ Maschine.
Ruttloffs „Euro“ war die einzige „Trialmarke“ in der DDR.
Der Belgier Eddi Zels zeigte mit großer Virtuosität, dass man einer
Triumph Tiger das Tanzen beibringen kann. |

Motorräder
Bild:
Herbert Kendlinger bei der technischen Abnahme
Wendete man im Fahrerlager den Blick auf die Motorräder, so konnte
man mit den Modellen eine Geschichte des Trialsports über gut 35
Jahre nachzeichnen.
Beginnend mit den Motorrädern aus den frühen 50er Jahren, als BSA,
Royal Enfield, Triumph, AJS und Matchless damit begannen leichte
Motorräder für den Geländesport zu produzieren, über die Zeit als
die Festlandeuropäer mit Zündapp, Puch und MZ-Eigenbauten
das Trialfahren erlernten, weiter zur spanischen Invasion mit Bultaco,
Ossa und Montesa, weiter zu den Versuchen der japanischen Marken
Kawasaki, Honda, Suzuki und Yamaha in dem Markt Fuß zu fassen,
hinweg zum Aufstieg der italienischen Marken SWM, Italjet und
schließlich Fantic konnte man ein Geschichtebuch über die
Entwicklung des Produktes Trialmotorrad verfassen.
Dazu kam eine große Zahl an Eigen – und Nachbauten.
Ruttloffs „Euro“ entstand unter besonderen Umstände in der DDR aus
Jawa, MZ und Simson - Teilen. Walther Luft baute in seinem
Wohnzimmer im ersten Stock seine „Luft“ auf Puch Basis. Das Motorrad
hatte zuletzt nur noch knapp über 70 kg.
Die Geschichte vieler Eigenbauten wird noch näher zu erzählen sein.
Bild:
als Trialmuseum Werksfahrer mit der Kawasaki KT 250 |

Das
Ergebnis
Ein
Trialbewerb hat naturgemäß ein Ergebnis. Es sollte eigentlich in der
Natur der Sache liegen, dass über ein Classic Ergebnis weniger
diskutiert wird, als ein Ergebnis eines normalen Trials. Warum? Weil
im Classic Trial das Ausfahren des Oldtimers wichtiger sein sollte,
als der harte fight um den letzten Punkt. Schließlich würde ja auch
das Durchschnittsalter der FahrerInnen etwas Weisheit und Distanz
zum Leistungsgedanken schließen lassen. Der Leitner Ulli hat
treffend gemeint: „Eigentlich müsste da ja gar niemand stehen. Ich
würde mir meine Fehler auch so merken.“ Dieser Modus würde in der
Classic Gesellschaft sicherlich einige Anhänger finden.
Aber im wirklichen Leben gab es sogar Aufregung wegen des
Ergebnisses. In der EDV-Zentrale des Clubs gab es einen kleinen
Datensturz der dazu führte, dass Klassen zusammengeführt wurden,
deren Starter aber verschiedene Spuren gefahren waren. So war das
Debakel perfekt. Eine Siegerehrung die niemand verstand.
Gut - am nächsten Tag fuhr man weniger Klassen – dann war wieder
alles perfekt – wie gewohnt.
Links zu den Ergebnislisten auf Trials.at:
Samstag,
Sonntag |

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Fotos:
Die Fotos von der Veranstaltung sind
von: Erich Diestinger, Fredl Wagner, , Trials.at
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Ebenau |
Der Ort.

Die Gemeinde Ebenau liegt im Flachgau im
Salzburger Land zwischen der Stadt Salzburg und dem Wolfgangsee. Der
Ort mit etwa 1350 Einwohnern liegt auf etwa 615Metern Seehöhe.
Eine bekannte Persönlichkeit aus Ebenau ist die, damals für
Neuseeland startende Schirennläuferin, Claudia Riegler.
Etwas
außerhalb von Ebenau, einige Meter den Berg hoch, hat der Stoanabauer sein Anwesen. Auf seinem Grund und Boden wird
alljährlich das Classic Trial ausgetragen. Ihm verdankt die Classic
Trial Gemeinde diese schöne Möglichkeit zu einem wunderbaren
Trialwochenende.. |
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Markus Adamec setzte den Maßstab für die
jügste Klasse - "Twinshocker".
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