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Halbzeit im Euro-Cup
Der Dabbers Trial Club veranstaltete vom 12.-13.Juli 2008 unter der Leitung von Andi Abraham und Jo Courage die Läufe 7 und 8 des Klassik-Trial Euro-Cup 2008 bei Ashdon in Großbritannien. Gefahren wurde bei der Ash Tree Farm, wenige Meter abseits von der Verbindungsstrasse zwischen den Ortschaften Saffron Walden und Ashdon, die ca. 70 km nordöstlich von London in Richtung Cambridge liegen. Die Landschaft in der Grafschaft Essex zeigte sich um diese Jahreszeit in einem satten Grün. Die Ortschaften mit ihren niedrigen und den typischen Ziegel- und Fachwerkbauten sowie teilweise strohbedeckte Häusern geben ein romantisches Flair. Die engen Straßen durch die Ortschaften und Überland, die ungewohnt für uns Mitteleuropäer, häufig bis an den Straßenrand mit Sträuchern verwachsen sind, machten für den kontinentalen Autofahrer den Linksverkehr nicht gerade einfacher. Obwohl im flachem Gelände gelegen, erwies sich schon die Zufahrt zum Fahrerlager als äußerst schwierig.
Der nächtliche Regen vom Vortag machte die Zufahrt trotz geringer Neigung ohne Allrad und/oder Winterreifen auch für PKW unmöglich. Mit zwei Traktoren wurden die Teilnehmer in den trockneren Teil des großen Fahrerlagers gezogen. Diese Erfahrung sowie der Hinweis von Jennifer Howell beim Trial in Casalborgone ("… when it is wet, Ashdon is very difficult…") ließen erahnen, worin zumindest eines der Kriterien bei diesem Trial liegen würde. Das Fahrerlager war großzügig auf einer leicht ansteigenden Wiese angelegt. Eine Burger-Bude strafte allen Unkenrufen bezüglich der englischen Küche Lügen und versorgte die Teilnehmer mit ausgezeichnetem Essen. Im Hauptzelt gab es verschiedenste Biersorten, die gegen eine Spende pro Glas verkostet werden konnten. Mehrere Dixi-Toiletten sowie ausreichend Brauch-Wasser-Behälter sorgten für eine gute Camping-Infrastruktur. Erstmals starteten heuer die Solo-Klassik-Trialer bei einem Euro-Cup-Bewerb gemeinsam mit den Trial-Gespannen. |
Die SektionenDie Sektionen befanden sich großteils an der Böschung entlang eines aufgelassenen Bahndamms der sich von ca. 2m – 6m von der umliegenden Ebene abhob und auf einer Länge von ca. 500-600 m befahren wurde. Den Untergrund am Damm bildete zwar Schotter, doch die Oberfläche war lehmig weich. Zwei Sektionen waren im Wiesenbereich um künstlich angelegte Erdmulden bzw. –Haufen angelegt. Acht von zehn Sektionen waren sowohl für Solo- als auch für Beiwagenmaschinen zu befahren. Das ermöglichte allen Teilnehmern auch die Fahrer der "anderen Fraktion" beobachten zu können. Aufgrund der Regenfälle vom Freitag wurden die Sektionen für Samstag entschärft, da weitere Niederschläge erwartet wurden. Der angesagte Regen blieb aber aus. Der Untergrund war griffig und die Sektionen waren wunderbar zu befahren und nicht allzu schwer, was auch die Punktelisten dokumentierten. Schöne Kehren und Wenden in und vom Hang, sowie unterhaltsame Abfahrten und Anstiege beschreiben am besten den Charakter der meisten Sektionen. Am Samstag gab es eine und am Sonntag zwei Sektionen, bei denen Baumstämme überquert werden mussten. Überall sonst durfte und sollte das Vorderrad brav am Boden bleiben. Kurz gesagt, ein Eldorado für die Fahrer der schweren PRE65-Kracher!
Die Frage nach der Wetterprognose für Sonntag wurde wie folgt beantwortet: "Die Wettervorhersage meint, es könnte Regnen aber es könnte auch Trocken bleiben". Dementsprechend schwer war es, die Sektionen zu stecken. Ein einsetzender Regen hätte den Schwierigkeitsgrad der Sektionen aufgrund der Bodenverhältnisse wesentlich erhöht. Der Veranstalter widerstand der Versuchung die Sektionen aufgrund der Erfahrungen vom Samstag zu erschweren. Stattdessen wies er in der Fahrerbesprechung auf die Sicherheit und den Fahrspaß, den er allen wünschte, hin. Die Wettervorhersage behielt Recht, es blieb schön und trocken. Als Highlight darf die Sektion Acht vom Sonntag bezeichnet werden. Nach einer kurzen und steilen Abfahrt frontal in Richtung eines Tümpels mussten sowohl Solos als auch Beiwagen nach einem neunzig Grad Knick nach rechts einen schmalen Pfad entlang des Tümpels fahren. So manches Team auf einem Beiwagengespann lupfte den Beiwagen und fuhr einfach auf zwei Rädern dem Pfad entlang, während andere den Weg durch die Pfütze suchten und den Boden des Beiwagens dabei ca. 10cm unter Wasser setzen mussten. |
Ergebnisse:Dick Clears (bezeichnender Name!) auf Matchless G3L CS, BJ 56 setzte in der Solo PRE65 Klasse an beiden Tagen keinen Fuß und war bester in der grünen Spur (Beginner). Andrew Hay auf Cotswold (Twinshock) musste sich in zwei Tagen drei Dabs eintragen lassen und war somit der erfolgreichste Fahrer in der roten Spur (Clubman). Nick Grass mit seiner Fantic 240 dominierte die gelbe Spur (Expert) mit nur 8 Fehlerpunkten an beiden Tagen. Die "Sidecar Modern" distanzierten die Kollegen auf den PRE65 klar. So gewannen Tom Großmann/Steffen Koch die Spur Grün (Beginner) mit 2 Punkten an zwei Tagen sowie Benoit und Belinda Dreze die Spur Rot (Clubman) mit insgesamt 17 Punkten. Für Aufsehen sorgte das Gespann Axel Kreutz mit dem erst 10jährigen Nicolas Kreutz im Beiwagen. Die Startprozedur vom Samstag verdient besondere Erwähnung. Eine Runde bestand aus zehn Sektionen, die am Samstag dreimal und am Sonntag viermal zu absolvieren war. Jeder Fahrer sollte in jener Sektion beginnen, die der letzten Ziffer der eigenen Startnummer entsprach. Somit wurde das Starterfeld sofort ideal auf das ganze Gelände verteilt. Dieses Startprozedere sowie die geringe Starterzahl ließ trotz kleiner Runde auch kaum Staus aufkommen. Besonders war auch die gelebte Trialkultur. Die Observer waren Chef am Platz. Eine Erzählung oder ein Gespräch muss nicht sofort unterbrochen werden, nur weil sich gerade ein Fahrer anstellt. Alles schön der Reihe nach und in aller Ruhe. Gefahren wird erst, wenn der Punkterichter den Daumen nach oben streckt. Alle Fahrer warten geduldig. Sehr britisch, sehr sympathisch. |
Die österreichische Delegation:
Von Links: Alfred Wagner, Erich Diestinger, Martin Ehrenreich Erich Diestinger und Alfred Wagner ließen es bei der Anreise ziemlich gemütlich angehen, und fuhren am Donnerstag vor dem Trial bis in den Raum Würzburg, wo sie auch übernachteten. Dagegen forderte die Fahrleistung von Martin Ehrenreich größten Respekt ab. Am Donnerstag erst um 21.00 Uhr von der Arbeit zu Hause angekommen, startete er am Freitag vor dem Trial bereits um 2:30 Uhr von Vorarlberg in Richtung Würzburg die beiden anderen Österreicher zu treffen und dann bis Calais weiter durchzufahren. Per Fähre ging es weiter nach Dover um dann noch wenige Kilometer bis nach Folkstone direkt an der Steilküste zu übernachten. Am Samstag ging es noch zwei Stunden bis nach Saffron Walden.
Am Sonntag ging es unmittelbar nach dem Trial wieder zurück nach Dover, via Fähre nach Calais und dann noch bis nach Gistel bei Oostende. Trotz Reifenpanne waren Montagnacht wieder alle wohlbehalten zu Hause. Über 3000 km und ein Zweitagestrial in 4 Tagen! Trotz spektakulärer Fehlzündungen der neu erworbenen BSA B40, ließ sich M. Ehrenreich kaum aus der Ruhe bringen und erreichte am Samstag in der Klasse PRE 65, Expert noch den sicheren zweiten Platz. Die zunehmenden Zündprobleme führten am Sonntag dazu, dass er den zweiten Platz nicht mehr halten konnte. Auch Erich Diestinger war nach dem ersten Tag in der Klasse Twinshock, Clubman noch auf dem zweiten Platz gereiht. Am Sonntag war er durch gedanklich sichtlich abgelenkt und rutschte noch einen Platz zurück. Alfred Wagner konnte sich nach dem dritten Zwischen-Rang am Samstag auf den zweiten Platz in der Zweitageswertung verbessern.
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Zum Thema:
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Ebenau 07 ]
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Gressenich 2008 ]
[
Ashdon 2008 ] [ Canzo 2008 ] |
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Zwischenstand im Classic Trial Euro-Cup (PDF 19kB)
Alfred Wagner |
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Als "Quartals-Trialer" erlag ich als Zuseher im Jahr 2005 in Ebenau dem Reiz des Classic-Trials. Nach einer Verletzung in diesem Jahr fiel auch der Entschluss, entsprechende Schritte zu setzen um etwas mehr trainieren zu können. Im Frühjahr 2006 durfte ich eine SWM TL320 aus Norditalien abholen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Bald waren wir unzertrennlich und bei allen nationalen Veranstaltungen anzutreffen. 2007 folgten mit Trialteilnahmen in Italien, Ungarn und in Deutschland die ersten ausländischen Auftritte und die Erkenntnis: da gibt es noch eine Menge schöner Plätze zum Trialen. Die Phantasie von der Teilnahme am gesamten "Classic EuroCup 2008" entwickelte sich zu einem konkreten Projekt. |
Die Teilnehmerzahl war leider an beiden Tagen sehr bescheiden:
Samstag:
Solo 44 Teilnehmer,
Beiwagen: 15 Teilnehmer
Sonntag:
Solo 45 Teilnehmer,
Beiwagen: 16 Teilnehmer
Auch die Internationale Beteiligung war gering:
Solo:
3 Österreich,
2 Holland
Beiwagen:
4 Deutschland,
1 Belgien,
1 USA
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