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Due Giorni Old Trial Cup Monti di Sera
Am 15.-16. März 2008 veranstaltete der Moto Club Canzo in dem verschlafenen Bergdorf Caglio, südlich des Como Sees, bereits zum dreizehnten Mal den "Due Giorni Old Trial Cup Monti di Sera". Die Tatsache, dass der Direktor des 1. Europäischen Motorrad Trialmuseums und Trialgartenbetreiber Hartwig Kamarad bereits über zehn Mal daran teilgenommen hat und noch immer hinfährt, obwohl seine Knie zunehmend streiken und in den letzten zwei Jahren nur eine Teilnahme am ersten Tag erlaubten, lässt den Rückschluss zu, dass es sich doch um ein Trial der besonderen Art handeln muss. Caglio liegt ca. 45 Autominuten nördlich von Mailand und ist ein ca. 370 Einwohner zählendes und auf ca. 800m Seehöhe gelegenes Bergdorf in dem etliche Mailänder Ferienhäuser erstanden haben, die um diese Jahreszeit allerdings leer stehen. Das Dorf scheint wie verlassen zu sein. Auch das Hotel, in dem die Fahrer untergebracht werden, sperrt extra für dieses Wochenende seine Pforten auf. |
Die technischen Angaben lassen Gutes erwarten:
Oldtimer Trial in drei Schwierigkeitsklassen, heuer
erstmals auch mit zwei Klassen für Monoshocks. Non-Stopp-Wertung.
Die Fahrer verteilen sich rasch auf die gesamte Strecke, wodurch trotz ca. 100 Teilnehmer kaum Staus vor den Sektionen entstehen. Viel eher sieht man Teilnehmer, die an einem schönen Platz eine Pause machen oder auch nur die Aussicht genießen und dabei eine Kleinigkeit zu sich nehmen. |
SektionenDie Sektionen sind in jedem Schwierigkeitsgrad als anspruchsvoll, aber niemals gefährlich oder eckig zu bezeichnen. Das Gelände wird perfekt genutzt und es wird mehrfach in einer Art Trasse gefahren, die auch mehrere gültige Spuren zulassen. Die wenigen vorhandenen Richtungspfeile erwecken zwischendurch den Fahreindruck, als ob ein Trialwanderer einen kleinen Umweg machen müsste, weil ein Baum den direkten Weg versperrt. Die Größe des nutzbaren Areals erlaubt verschiedenste Sektionstypen. Wurzelspinnen, Geröll, Fels, Bachbett und Steilauffahrten usw. Selbst wenn einige Stufen abwärts eine Portion Überwindung kosten, sind die Sektionen mit viel Hirn und frei von gefährlichen oder materialmordenden Stellen angelegt. Am zweiten Tag erwarten den Teilnehmern kurz vor Ende der Strecke eine kleine Jausenstation, in der es Wasser und Wurstsemmel sowie ausgezeichneten Rotwein gibt. Wer zu diesem Zeitpunkt aber noch sportliche Ambitionen verfolgt, wird den Wein meiden. Der Genießer pfeift drauf und sagt sich im Sinne der Veranstaltung: "Viva la dolce vita!" Unter diesem Motto sind die "Panini con Prosciuto" im Negozzio am Hauptplatz, der auch am Sonntag geöffnet hat, als höchst empfehlenswert zu bezeichnen. Samstags gibt es am Abend im Hotel ein Festessen an dem viele der italienischen Fahrer teilnehmen. Dabei gibt es auch kaum sprachliche Hindernisse. Mit Händen, Füßen und deren Verrenkungen werden Geschichten erzählt und Meinungen ausgetauscht. Das Nenngeld beträgt € 25,- am Samstag und € 35,- (inkl. Gutschein für Jause) am Sonntag. Zusätzlich ist auch eine Lizenz zum Preis von € 30,- zu lösen, die für alle italienischen Bewerbe im laufenden Jahr genutzt werden kann. Mit diesen Kosten ist die Teilnahme am sehr gut organisierten Bewerb möglich. Höheres Alter eines Fahrers wird durch zunehmenden Punktebonus berücksichtigt. Als Zweitagetrial gibt es nur ein offizielles Endergebnis. Es fahren Gentlemen: Punktereklamieren oder sonstige übermotivierte Reaktionen erlebt man nicht. Es zählt der Spaß und der gegenseitige Respekt, Hilfe untereinander ist selbstverständlich. Der von Eugenio Gatti organisierte Bewerb bildet zu Saisonauftakt den Rahmen für einen perfekten Trial-Kurzurlaub in Italien, mit allen Vorzügen, die dieses Region zu bieten hat. Empfehlenswert für alle Trial-Genießer! |
Die österreichische Delegation..Auch dieses Jahr nahm eine Gruppe Österreicher an der 13. Auflage des "Due Giorni Old Trial Cup Monti di Sera" in Caglio teil. Mit über zehn Teilnahmen ist Hartwig Kamarad bei den italienischen Organisatoren wohlbekannt und für den Rest der Gruppe der Österreicher eine perfekte Unterstützung in allen organisatorischen Fragen. Hartwig Kamarad fuhr mit dem wohl prominentesten "Minder" seiner Trialkarriere, nämlich niemand geringerem als Joe Wallmann sowie mit dem Hubert Erbler, der seine BSA mitbrachte, auf seiner traditionellen Anfahrtsstrecke über St. Moritz, Maloja-Pass und Como See. Der Rest der Gruppe traf sich in Ebenau bei Bernhard Weichenberger. Mit seinem Roadshow-Wagen sowie dem Bus von Franz Sommerauer fuhren die restlichen Teilnehmer (Antonia Kreiseneder, die einzig teilnehmende Frau am Bewerb, Erich Diestinger, Heinz Scherzer sowie Alfred Wagner) über Brenner, Gardasee und Monza über die italienische Autobahn, die sich zwar als einfacher zu fahren aber strecken- und zeitmäßig längere Anfahrt erwies.
Für Erich Diestinger begann der Bewerb gleich mit einem Doppelschock. Bereits in der ersten Sektion brach seine neue Griffkonstruktion. Nach Montage des mitgebrachten Prototypen viel er in Sektion drei so unglücklich mit dem Rücken auf eine Steinplatte, dass er sich die Rippen schwer prellte. Trotz heftiger Schmerzen beendete der „eiserne“ Erich den ersten Tag, und konnte noch den fünften Platz erreichen. An ein Weiterfahren am zweiten Tag war aufgrund der Schmerzen nicht mehr zu denken. Nach ausgiebigen Regenfällen von Samstagnacht bis Sonntagmittag, entschieden auch Hartwig Kamarad, mit Knieproblemen sowie Antonia Kreiseder auf den zweiten Bewerbstag zu verzichteten. Viel Pech hatte auch Heinz Scherzer, der seine Montesa nach guter Leistung in der Clubman-Spur bei einer unscheinbaren Bachdurchfahrt vor der letzten Sektion versenkte und nicht mehr starten konnte. Demgegenüber steht die Topp-Leistung von Hubert Erbler auf BSA in der Pre65-Klasse. Mit der besten Pre65-Wertung am zweiten Tag der Clubman-Spur (auch bei Hinzurechnung aller übrigen Klassen hätte es zu einem Stockerlplatz gereicht), schaffte er bei seinem ersten Start in Caglio den zweiten Platz hinter dem ehemaligen WM-Teilnehmer Walter Frei aus der Schweiz. Mit solchen Topp-Platzierungen konnten die drei übrigen Teilnehmer bei den Twinshockern in der schwierigen Spur zwar nicht mithalten, aber sorgten regelmäßig mit guter Technik und guter Laune für Aufmerksamkeit. Bei der Rückfahrt ließen es sich die Fantic-Spezialisten Bernhard Weichenberger und Franz Sommerauer nicht nehmen, den Fantic-Wallfahrtsort Barzago anzusteuern um vor den ehemaligen Fantic-Werkshallen eine kurze "Andacht" zu halten. Zurück bleiben schöne Erinnerungen, viel Arbeit für die Waschmaschine sowie bei wohl den meisten, der Vorsatz: Nächstes Jahr wieder und: "Arriveder’ci a Caglio" |
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Zum Thema:
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Gressenich 2008 ]
[
Ashdon 2008 ] [ Canzo 2008 ] |
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Caglio |
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Caglio liegt ca. 45 Autominuten nördlich von Mailand und ist ein ca. 370 Einwohner zählendes Bergdorf. Auf 800m Seehöhe haben viele wohlhabende Mailänder ihre Ferienhäuser errichtet. Sie stehen aber zu dieser Jahreszeit leer. Das Dorf scheint wie verlassen. Auch das Hotel, in dem die Fahrer untergebracht werden, sperrt extra für dieses Wochenende seine Pforten auf. |
Alfred WagnerAls "Quartals-Trialer" erlag ich als Zuseher im Jahr 2005 in Ebenau dem Reiz des Classic-Trials. Nach einer Verletzung in diesem Jahr fiel auch der Entschluss, entsprechende Schritte zu setzen um etwas mehr trainieren zu können. Im Frühjahr 2006 durfte ich eine SWM TL320 aus Norditalien abholen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Bald waren wir unzertrennlich und bei allen nationalen Veranstaltungen anzutreffen. 2007 folgten mit Trialteilnahmen in Italien, Ungarn und in Deutschland die ersten ausländischen Auftritte und die Erkenntnis: da gibt es noch eine Menge schöner Plätze zum Trialen. Die Phantasie von der Teilnahme am gesamten „Classic EuroCup 2008“ entwickelte sich zu einem konkreten Projekt. |
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