Clubtrial in Falkenstein

Falkenstein ...

... ist ein kleiner, idyllischer Ort abseits der Straße zwischen Birkfeld und Ratten im Bezirk Weiz /Oststeiermark. Von Wien in etwa 90 Minuten zu erreichen. Die gleich Zeit brauchte ich aus der Weststeiermark nach Falkenstein.

Das Clubtrial ...

Alles dabei: Idylle, Trial, Verpflegung, nette Leute und dann
auch noch Preise - und das alles für 15€

Der Trialclub Falkenstein hat am 26. 8. 2006 ein Clubtrial veranstaltet. Abseits von OGT und BTTA wurde eine Veranstaltung nur für Fahrer der weißen und der gelben Spur organisiert. Bei mindestens drei Nennungen soll es auch eine eigene Classic Wertung geben. Wir wurden im Voraus informiert, dass für ein Nenngeld von 15 Euro sechs Sektionen vier Mal zu befahren sein werden. Dazu soll es Getränke und Essen gratis geben. Also ein All-Inclusive-Trial für 15 Euro, und nette Leute trifft man bei solchen Gelegenheiten sowieso immer. Also, nichts wie hin, dachte ich mir, und ich war nicht der einzige dem dieses Angebot gefiel....

Das Gelände


Oststeirische Landschaft und traumhafte Lage
für den grünen Motorsport

Etwa einen Kilometer vom Ortszentrum von Falkenstein entfernt befindet sich das kleine aber feine Trainingsgelände des Clubs. In einem einsamen Graben, befindet sich eine Grube mit Steinen, Baumstämmen und künstlichen wie natürlichen Rampen. Ein Bach, dessen Lauf einige 100 Meter befahren wird und an Schottland erinnert. Dann noch ein Steilhang mit zahlreichen Spuren, und einigen "knackigen" quer und schräg verlaufenden Wurzeln. Kurz gesagt, alles was man für die Spurenfarben Weiß und Gelb braucht ist vorhanden.

Für das Clubtrial wurde noch eine Sektion am Waldrand angelegt, der offensichtlich nicht mehr zum Trainingsgelände gehört. Durch diese Maßnahme war man in der Lage eine Runde von etwa - 400 oder 500 Metern anzulegen.

Sektionen ...


Gelb Sektion 3, aus einer engen Wende bergauf

Die Sektionen waren abwechslungsreich, durchwegs fair, in einigen Fällen durchaus fantasievoll gesteckt. Von der gelben Spur kann man sagen, dass es sich um fünf grundverschiedene Sektionen handelte. Sektion 1 mit leichten Stufen und Wurzeln mit sehr engen Radien, Sektion 2 mit künstlichen Holz-Hindernissen und Balanceübung, Sektion 3 mit Felsbrocken und einer Steilauffahrt auf Erde, Sektion 4 mit steilen Betonrampen durch Wasser und Kies und dann war da noch Sektion 5 mit engen Radien auf feuchter Erde und einem Steilanstieg über schöne Querwurzeln.

Als recht mäßiger Gelb-Fahrer kann ich wohl sagen, dass ich den Schwierigkeitsgrad als sehr angenehm empfunden habe. Fast überall konnte ich mit meiner klassischen Fahrtechnik bestehen - einzig in Sektion 5 gab es eine Stelle wo es ganz brauchbar gewesen wäre, wenn ich das Hinterrad versetzen hätte können. Aber auch diese Sektion habe ich, wie auch alle anderen Sektionen, zumindest ein Mal mit 0 Fehlerpunkten gemeistert. Das meinte ich mit fairem Sektions-Design. Aber keine Sektion war langweilig oder anspruchslos.

Der Bewerb


Der junge Mann fährt nicht die Bambini Spur - er trainiert nur.

Sieben Fahrer in der gelben Spur, sechzehn Weiß-Fahrer und acht Oldtimer buhlten um die Aufmerksamkeit der immer freundlichen und durchwegs kompetenten Punkterichter. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl waren die Wartezeiten an den Sektionen kurz - wenn überhaupt spürbar. Die Atmosphäre während des Bewerbes war vom Motto der Veranstaltung geprägt: man feierte die Freude am Fahren - der Wettkampf oder gar feilschen um Punkte standen schon deshalb im Hintergrund, weil es ja weder um Titel noch um Meisterschaft ging.

Die Gewinner


Die Ergebnisliste findet ihr wie üblich auf Alfs www.trials.at

Dieser Geist wurde auch bei den Preisverleihungen wiedergespiegelt. Jeder freute sich aufrichtig für jene, die sich hinstellen durften, um einen der überaus nahrhaften Preise entgegenzunehmen. Mir ist positiv aufgefallen, dass bei den Gewinnern der Preise zwischen Platz eins und Platz drei nicht unterschieden wurde. Das entspricht jener Idee, dass jeder Teilnehmer der den Bewerb beendet hat, sich als Gewinner fühlen durfte.

Walter Gsöll, unser Senior-Fahrer hat am Ende der Ehrung das Wort ergriffen, und allen Teilnehmern aus der Seele gesprochen, indem er sinngemäß sagte: Eigentlich müssten wir Teilnehmer Preise mitbringen, um sie den Veranstaltern zu überreichen, die uns unser Hobby in so angenehmer Atmosphäre ermöglichen.

Die Organisation ...


Mit Jagd und Nachbarn in Harmonie

Was als Clubinterne Veranstaltung begonnen hat, hat nun doch schon eine beachtenswerte Größenordnung erreicht. 31 Nennungen sind dann für einen kleinen Club kein Pappenstiel. Auch der Wirkungsradius mit Teilnehmern zwischen Wien und der Südweststeiermark ist bemerkenswert. Trotz dieses Ansturms (im Verhältnis zur Clubgröße) gab es weder Versorgungsengpässe noch irgendwelche Anzeichen der Überforderung der Organisatoren. Im Gegenteil, es blieb immer gemütlich, freundlich - ja, familiär.

Darin lag auch der einzigartige Zauber der Veranstaltung. Der kleine Teilnehmerkreis, der dankbar für dieses schöne Treffen war, und die kleine Clubgemeinde, die sich über den Zuspruch freute.

Das einzige sichtbare Zeichen für die Schwierigkeiten, die ein so kleiner Club mit der Austragung einer solchen Veranstaltung hat, war die Tatsache, dass statt der geplanten sechs Sektionen und vier Runden, der Bewerb in fünf Sektionen in fünf Runden ausgetragen wurde. der Grund ist anderen Veranstaltern längst bekannt: Woher bekommt man genügend Punkterichter?

Mein Vorschlag für das nächste Jahr: Schickt mir wieder ein Mail, ich helfe gerne - aber darüber sprechen wir noch ...

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Am Rande bemerkt

Überzeugt vom pädagogischen Wert des Trialsports freue ich mich, dass es Veranstalter gibt, die sich in erster Linie um den Nachwuchs und um Hobbyfahrer kümmern. Während die Veranstalter von OGT und BTTA Läufen mit gutem Grund die sportlichen Ansprüche in den Klassen Weiß und Gelb hinauf-schrauben, geht etwas verloren, was man nicht aus den Augen verlieren sollte:

Es gibt heute keine echte Anfänger-Spur mehr.
Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe zwei Anfänger zu Hause- meine beiden Söhne. Einer von ihnen hat schon jahrelange Fahrrad Trial Erfahrung, aber erst seit kurzer Zeit ein Motorrad. So wie ich das sehe, muss ich ihn ein Jahr auf die weiße Spur vorbereiten.

Als ich mit dem Trial begann, gab es eine Spur, in die man auch blutige Anfänger gefahrlos stellen konnte - diese Spur gibt es heute nicht mehr (außer Bambini -Spur in Kufstein).

Hier liegt meiner Meinung nach eine wichtige Aufgabe von Clubtrials. Hier gibt es mehr Nachfrage, als sich das manche Veranstalter bewusst sind.

 

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