Salzstiegl 2008

Das Moasterhaus am Salzstiegl kann mit diesem Vorzeige-Event zum Fixstern im
österreichischen Trialhimmel werden - schon wegen der Höhenlage ;-)

1. Klassik-Trial Euro-Cup Salzstiegl

Der neunte und zehnte Lauf zum Klassik-Trial Euro-Cup 2008 wurde am Salzstiegl in der Steiermark im Süden Österreichs ausgetragen. Nach der Absage der Veranstalter von Ebenau schaffte es Friedl Kaltenegger kurzfristig alle behördlichen und organisatorischen Aufgabenstellungen zu meistern und einen Euro-Cup-Lauf auf die Beine zu stellen.

Das Salzstiegl liegt auf ca. 1300-1700 m Seehöhe und ist im Sommer ein Naherholungsgebiet für viele Menschen z.B. aus dem nur 1 Stunde entfernten Graz. Im Winter ist es ein beliebtes Schigebiet. Der Trialbewerb wurde großteils am Gelände des Schiegebietes in einer Seehöhe von ca. 1300-1500 ausgetragen. Das Fahrerlager befand sich direkt am Parkplatz des Gasthof Moasterhaus***, das im Winter auch die Talstation für die Liftanlagen ist, und über umfangreiche Freizeitaktivitätsmöglichkeiten verfügt.

Besondere Umstände - kein Problem für das vernünftige Trialvolk

Die Umweltmatten beleidigten zwar das Ehrgefühl einiger Besitzer, denn sie würden ihre
Motorräder niemals mit einem Leck in Betrieb nehmen, aber bald hatte man sich an das
unkomplizierte Handling gewöhnt.

Aufgrund der Höhenlage musste die Vergasereinstellung bei den meisten Motorrädern angepasst werden. Der Rundkurs war ca. 5 km lang und führte zweimal den Berg hoch und runter und sorgte dafür, dass kaum ein Teilnehmer mit veröltem Auspuff die Heimreise antreten musste. Das herrliche Wetter sorgte dafür, dass es weder auf den Wiesenauf- oder –abfahrten noch bei der Waldquerung aufgrund der vielen kleinen Wurzeln zu Problemen für die Fahrer führten.

Behördliche Auflagen forderten, dass alle Fahrer Umweltschutzmatten unter ihr abgestelltes Motorrad legten. Diese sollten verhindern, dass austretendes Öl oder Treibstoff in den Boden gelangen. Man konnte sich diese Matten vom Veranstalter ausborgen. Auch vor den Sektionen wurden Matten aufgelegt. Dank der hohen Disziplin aller Teilnehmer funktionierte dies auch hervorragend und wurde vom anwesenden Vertreter der Behörde auch so zufrieden zur Kenntnis genommen. Auch das „Verkehrsleitsystem“ wurde sorgfältig eingehalten, wodurch Gegenverkehr vermieden und Wanderer und Besucher nicht gefährdet wurden. Ein wichtiger Beitrag der Fahrer um auch zukünftig eine Veranstaltung am Salzstiegl zu ermöglichen.

Sektion 2, "die Schottische" war ein langes steiniges Rinnsal ohne
wesentliche Richtungsänderungen.

Samstag:

Nach einer kurzen Fahrerbesprechung, in der vor allem auf die strengen behördlichen Umweltschutzbedingungen (Umweltschutzmatte) hingewiesen wurde, wurden die Teilnehmer nach Spurklassen aufgeteilt an drei verschiedene Sektionsplätze zum Bewerbsauftakt geschickt. Die überschaubare Teilnehmerzahl sowie diese Maßnahme trugen dazu bei, Staus trotz vor den Sektionen trotz langer Wertungsabschnitte zu vermeiden.

Die Sektion Eins war an einem Forstschlag angelegt. Der lose Waldboden, die Wurzel, sowie Kehren bildeten die Kriterien. Sektion Zwei, „die Schottische“ führte in einem Geröllgerinne fast geradeaus. Während die Grüne Spur bei ca. der halben Länge den Graben verließ, führte die Rote Spur etwas weiter im Graben und hatte bereits einige größere Steine zu überwinden. Gelb musste die volle Grabenlänge durchfahren und zum Schluss auch noch die höchsten Steine bezwingen. Die Sektionslänge sowie die hohen Steine forderten die Kondition sowie die Motorradbeherrschung der Fahrer.

Die Sektion Drei war im Steilhang einer schwarzen Schipiste mit dem bezeichnenden Namen „Sturzhang“ angelegt. Dabei galt es zwei Auffahrten auf schottrigem Wiesenboden zu bewältigen. Die Besonderheit lag aber an den gewaltigen Ausmaßen dieser Sektion. Hans Reiter meinte diesbezüglich sinngemäß: Das Trainingsgelände, das die Gemeinde seinem Club zum Training zur Verfügung gestellt hat, sei kleiner als die Fläche dieser Sektion.

Die Sektionen Vier bis Sechs befanden sich in einem Waldstück. Der rutschige Waldboden mit Wurzeln durchzogen sowie die Steilheit des Geländes besonders in Sektion Sechs forderten eine saubere Fahrweise und auch beherzte Aktivität am Gasgriff.

Die Sektionen Sieben und Acht waren etwas abgelegen über eine Schipiste und Rodelbahn zu erreichen. In einem Steilhang gelegen waren etliche Kehren in den Hang bzw. über Wurzelstufen zu bezwingen.

Alle Sektionen wurden von Hans Haigermoser ohne gefährliche Passagen angelegt. Obwohl auch die Spitzenfahrer etliche Fehlerpunkte in der Punktekarte vermerken lassen mussten, war der Abstand zu den schwächeren Fahrern geringer als andernorts. Etliche Passagen konnten nur schwer mit einer Null jedoch problemlos mit einem Sicherheitsfuß befahren werden. Die großen Sektionslängen sowie die Höhenunterschiede innerhalb der Sektionen forderten von den Fahrern eine gute „Besichtigungs-Geh-Kondition“.

Günter Ruttloff im Gespräch mit Bernhard Weichenberger - die Frage ist nur: Will der
Ruttloff eine Sherco kaufen, oder der Weichenberger eine Euro?

Die Meister

Mit der besten Leistung in der gelben Spur zeigte der aktuelle ASKÖ-Staatsmeister Markus Adamec, dass er auch die klassische Fahrweise in der Twinschock-Klasse auf Fantic 200 ausgezeichnet beherrscht und setzte sich erst in der vierten und letzten Runde mit insgesamt 10 Fehlerpunkten gegen Oldboy Fritz Krankl auf Montesa mit 14 Punkten durch.

In der PRE65-Klasse war Günter Ruttloff auf EURO wieder einmal mit 21 Punkten vor Sepp Lippacher (CZ) das Maß der Dinge.

Denkbar knapp wurde die Klasse Twinschock, Spur Rot entschieden: Steve Bischorner (Fantic) und Adi Adamec (Montesa) mit 4 Fehlerpunkten vor dem gerade wieder genesenem Otto Richter (KTM) mit 5 Fehlerpunkten bildeten die besten Leistungen in der roten Spur.

In der grünen Spur belegte Peter Satzinger (Honda, Klasse Twinshock) mit 4 Punkten die beste Leistung. Lassnig Helmut (Bultaco, Klasse Twinschock) sowie Klaus Trüschel (Zündapp, PRE 65) mit 11 Punkten folgten. Jasmin Schmüser belegte als einzige teilnehmende Frau den dritten Platz in der Klasse Twinschock in der grünen Spur.

Ideale Bühne für ein Publikumstrial - das Trialschul-Gelände liegt
direkt im Blickfeld des Gasthofes.

"Klassik-Trial der Nationen"

Im Anschluss zum Trial fand noch der Mannschafts-Nationen-Cup statt. Der Austragungsort war am neu errichteten Trialpark, der auch von der Terrasse des Moasterhauses eingesehen werden konnte.

Insgesamt traten sieben Mannschaften á 3 Fahrer zum Bewerb an. Begonnen wurde mit einer leichten (grün) Streckenführung und wurde mit jeder Runde erschwert (rot, gelb, gelb+).

Mit jeder Runde schied die letztgereihte Mannschaft aus, bis ein Sieger feststand.

Deutschland II bildete die ausgeglichendste Formation, bestand auch die Geröllausfahrt in der letzten Runde mit Bravour und gewann die Teamwertung.

1. Deutschland II (S. Lippacher, U. Rührup, P. Demmer)
2. Österreich II (M. Ehrenreich, O. Richter, E. Jägersberger)
Deutschland I (G. Ruttloff, E. Kindsvogel, B. Schmüser)
4. Österreich I (H. Erbler, F. Krankl, H. Leitner)
5. Großbritannien I (G. Greenland, J. Howells)
6. Team International (R. Plachut (POL), B. Beckenkamp (GER), R. Kunz (SUI)
Italien I (A. Caporali, mit ital. Lizenz: E. Diestinger, A. Wagner)

Die ältesten Teilnehmer kamen wohl aus Großbritannien:
George Greenland (BSA) und Joe Howells (BSA)

Sonntag:

Am Sonntag wurde alle Sektionen abgeändert. Die Sektionen Vier und Fünf wurden durch komplett neue Sektionen in unmittelbarer Nähe ersetzt. Der Sektionscharakter blieb erhalten, jedoch der Schwierigkeitsgrad etwas angehoben.

In der gelben Spur der Twinshock-Klasse drehte am Sonntag der Routinier Fritz Krankl den Spieß um und wandelte einen Rückstand in Runde drei und vier noch in einen 4-Punkte-Vorsprung vor Markus Adamec um und siegte mit 9 vor 13 Punkten. Ulrich Rührupp aus Deutschland verhinderte punktegleich mit Heinz Leitner, jedoch mit 2 Nuller mehr einen Dreifach-Erfolg der rotweißroten Fahrer.

Wie am Samstag setzte sich Günter Rutloff diesmal mit 30 Punkten vor Sepp Lippacher 40 Punkten durch. Punktegleich mit Lippacher, jedoch drei Nuller weniger belegte Martin Ehrenreich auf BSA den dritten Platz und war somit bester 4-Takt-Fahrer.

Bei den Twinshockern stetzte sich in der roten Spur Adi Adamec mit 7 Punkten klar durch. Erst bei der Auswertung der 1er konnte Philippe Gregoire (B) vor Otto Richter, jeweils 14 Fehlerpunkte als Zweiter und Dritter gewertet werden.

Mit 11 Fehlerpunkten hatte der Gewinner der Roten Spur in der Klasse PRE65 George Greenland (GB) die zweitbeste Tagesleistung erzielt. Lothar Wolf (D) hatte wie Greogoire/Richter 14 Fehlerpunkte jedoch zwei Nuller mehr als die Twinschocker-Fahrer. Klaus Siemon (D) wurde mit 18 Fehlerpunkten Dritter in der Klasse PRE65.

Nur einen Fehlerpunkt verzeichnete Martin Grassl, der mit einer Zwei-Zylinder Honda mit E-Starter (aufgebaut von Walter Gsöll) in der Klasse Twinshock, Beginner startete.

Jasmin Schmüser war beste Teilnehmerin und erreichter wiederum mit dem vierten Platz nur die „Lederne“ mit 13 Punkten .

Der Autor - Outdoor: Salzstiegl - ein Trial das man nicht so schnell vergisst

Internationale Besetzung

Das große österreichische Teilnehmerfeld sowie die breite internationale Beteiligung war erfreulich:

 

Samstag

Sonntag

 

Österreich

27

22

 

Deutschland

20

20

 

Schweiz

3

3

 

England

2

2

 

Italien

1

1

 

Polen

1

1

 

Belgien

1

1

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Salzstiegl -

wie es dazu kam

Vor ca. einem Jahr kamen Webermichl alias Joe Wagner und Friedl Kaltenegger, Betreiber des Moasterhauses am Salzstiegl ins Gespräch bezüglich Trial und Trialmöglichkeiten am Salzstiegl ins Gespräch. Nach ersten Probefahrten am Salzstiegl fanden Regina und Friedl Kaltenegger gefallen an diesem schönen Sport und begannen mit den Planungen und Realisierung eines Trialparks sowie in weiterer Folge die Möglichkeit einer eventuellen Trialveranstaltung auszuloten. Trainingsmöglichkeiten wurden auch unter manueller Mithilfe von Webermichl geschaffen.

Bei einer ersten Vorstellung des Geländes im Vorjahr im Kreise einer repräsentativen Teilnehmerrunde der österreichischen Trialszene gab es begeisterten Zuspruch für das abwechslungsreiche Gelände. Besonders wurde aber die ausgezeichnete Infrastruktur mit 3-Sterne-Pension, Restaurant, Campingplatz und zahlreichen Freizeitanlagen gelobt.

Nach der Absage durch die Veranstalter des Klassik-Trials in Ebenau sprang in diesem Jahr Friedl Kaltenegger mit der Unterstützung des Teams um Webermichl in die Presche und begann kurzfristig mit den Vorbereitungen zur Austragung des 1. Klassik-Trial Euro-Cup-Laufes am Salzstiegl.

Unter der umsichtigen Organisation von Alfred Wagner konnten für Schlüsselbereiche einer Trial-Veranstaltung ausgesprochene Spezialisten aus der österreichischen Szene gewonnen werden. Hans Haigermoser steckte weiträumige und trickreiche aber durchwegs ungefährliche Sektionen in das Gelände. Das Nennbüro sowie die Punkteauswertung wurde von den Veranstaltern der laufenden ASKÖ-Meisterschaft bzw. der lizenzfreien OGT-Serie, Helli und Rudi Beisteiner in gewohnt ruhiger und souveräner Art geführt. Aktive Teilnehmer der österreichischen Trialszene wie Fam. Hartinger, Christoph Schadler, Michael Beichler, Andi Leitner oder Heinz Scherzer stellten sich als Punkterichter zur Verfügung. Auch auf internationaler Untersützung konnte gezählt werden. Pit Demmer aus Deutschland half bei regelkonformen Planung und Klasseneinteilungen, sowie bei der Gestaltung und Verteilung der Nennformulare. Lee Harris aus England zeichnete für die Übersetzung ins Englische verantwortlich, während Michael Ernst (D) für die Veröffentlichung der Vorankündigung bei Horacio San Martin auf Todotrial.com sorgte.

Bei einer so breitgefächerten Unterstützung wollte auch Petrus nicht hinten anstehen und sorgte mit Regen in der Nacht von Freitag auf Samstag für staubfreien Untergrund und Samstag und Sonntag mit herrlichem Sonnenschein für wunderschöne Trial-Bedingungen.

 

Dieser Artikel

by
Alfred Wagner


Fotos:
Friedl Kaltenegger u.
Joe Wagner