Trial for Safety (21.10. 2008)

Nicht nur die Trialshow der Experten, sondern auch das
Schulungsgelände fand das Interesse der Besucher.

Eröffnung

Unter dem Motto "Trial for Safety - Mehr Sicherheit auf zwei Rädern", eröffnete der Verein „Trial for Safety“ unter der Leitung von Dieter Grün am Samstag, 18.10.2008 am Gelände des Cafe "Route 69" ein neues Trial-Schulungsgelände. Der Besucher konnte sich bei perfektem Herbstwetter über ein Eröffnungsfest mit Trialshows und Trial-Schnupperkursen freuen. Der ambitionierte Verein möchte hier im Hopfenstreifen zwischen Maltschach und Leutschach, im südlichsten Zipfel der Steiermark, ein Schulungsgelände für Biker einrichten.

Die Instruktoren:

Der ehemalige Motocross –Star Helly Frauwallner und der Enduro Staatsmeister Mandy Liendl sind als Instruktoren für „Profis“ vorgesehen. Darüber hinaus wollen die Motorradidealisten – die großteils aus dem Enduro-Sport kommen, „möglichst viele MotorradfahrerInnen vom Trialsport begeistern.“

Training für den Ernstfall

Hoffnung und Erfahrung

"Wir glauben daran, dass gerade durch wiederholtes Üben auf Trialmotorrädern das Unfallrisiko beim Zweiradfahren gesenkt werden kann", erklärte Grün der kleinen Zeitung vor der Eröffnung.

Da liegt Dieter Grün sicherlich nicht falsch – das zeigt die jahrelange Erfahrung von Hartwig Kamarad, der seit Jahren in Ohlsdorf bei Gmunden den, in Trialkreisen allseits bekannten Trialgarten führt. Hier konnte bereits belegt werden, dass sich die Unfallszahlen vor allem bei Mopedfahrern bis 18 Jahren drastisch gesenkt werden können. Allerdings war das nur durch die flächendeckende Zusammenarbeit mit den Schulen der Region möglich. Wäre schön, wenn es auch in der Südsteiermark ähnliche Kooperationen und Erfolge gäbe.

Elefanten treffen auf Gazellen

Harley Davidson und Trialeisen

Da der Veranstaltungsort „Route 69“ ein weithin bekannter Treffpunkt für Harleyfahrer ist, kommt es hier zum skurrilen Zusammentreffen der leichtesten Motorräder mit den Schwersten. Aber wenn man sich mit den Fahrern beider Sparten unterhält, wird bald klar, dass die Unterschiede zwischen den beiden Fahrertypen gar nicht so groß sind, wie sie im ersten Augenblick scheinen. In beiden Lagern ist Motorleistung eher Nebensache und es steht das Gefühl für das Bike im Vordergrund. Der Unterschied mag einzig darin liegen, dass es eben sportliche und bequeme Individualisten gibt.

Zur Logik der Genehmigung von Trainingsplätzen

Ein Stein mehr im Mosaik:Trial for Safety -  Route 69

Die Geschichte ist mir gut bekannt: Da findet ein Motorsportverein endlich ein Grundstück das für die eigenen Bedürfnisse geeignet scheint, man gewinnt den Grundstückbesitzer, oder im Idealfall hat der sogar ein geschäftliches Interesse an der Errichtung einer Sportstätte. Dann beginnt erst der Spießrutenlauf durch die behördlichen Genehmigungsverfahren mit Gutachten, Gegengutachten, Anhörung und Kommissionen. Es muss allen Anrainern, der Natur, dem Arten- und dem Klimaschutz Rechnung getragen werden. Im Regelfall übersteigen die Kosten der Verfahren die Möglichkeiten der Interessenten, und man muss auf halbem Weg aufgeben.

Schade – denn es liegt im Interesse der Verkehrssicherheit, wenn Motorradenthusiasten die Faszination Motorrad im Gelände ausleben, und nicht auf der Straße.

Es liegt im Interesse der Eltern, wenn ihre Töchter und Söhne die ersten Fahrstunden auf Zweirädern im Gelände absolvieren, und nicht auf der Straße.

Es liegt im Interesse der Sozialversicherer und Krankenkassen, wenn Motorradnarren die Haftungsgrenzen der Reifen bei niedriger Geschwindigkeit im Gelände suchen, und nicht in Schräglage auf der Straße.

Es liegt im Interesse der Naturschützer und der Jäger, wenn Geländefahrer gesammelt auf einem genehmigten Gelände trainieren, und nicht irgendwo in den Wäldern.

Und schließlich liegt es im Interesse der verantwortlichen Politiker, die Geländesportler nicht in die Illegalität zu verbannen.

Denn eines sollte jeder der verantwortlichen Personen wissen: Seit den 1970er Jahren wurde ein Trainingsgelände nach dem anderen behördlich geschlossen, aber die Geländemotorräder werden seither immer mehr – nicht weniger. Denn die Begeisterung für diesen Sport kann man nicht einfach per Gesetz verbieten.

Ein Steinchen mehr im Mosaik

Die Aktivitäten von Dieter Grün und den Mitgliedern von „Trial for Safety“ gehen also genau in die richtige Richtung. Sie stellen ein schönes Areal mit allerlei Hindernissen (Schweller, Wippen, Geröllfeld, Stufen sowie Schräghang) zur Verfügung. Trainings- bzw. Kursmöglichkeiten sind auf der Vereinsseite www.trialforsafety.at  zu entnehmen.

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