Bonusstufe
9 - was tun?
Aufgrund eines Jobwechsels war ich gefordert, wieder ein Auto für
mich zu suchen. Da ich davor entweder ein Firmenauto bzw. einen
innerstädtischen Büro-Standort hatte, hatte ich seit über zwei
Jahren kein privates Auto mehr angemeldet. Mit der Konsequenz, daß
ich meine Bonus-Stufen bei der KFZ-Versicherung verloren habe. Daher
war ich auf der Suche nach einem kostengünstigen Gebrauchten mit
kleiner Motorisierung um eine günstige Versicherungsklasse zu haben.
Umschau
Ohne besondere Vorlieben habe ich mich auf die Umschau gemacht. Bei
einem guterhaltenen /8er Benz (aber nur BJ 68) oder einem schönen
alten (Feuerwehr)-Landrover hätte ich vermutlich ohne große Gedanken
bezüglicher Versicherung bzw. Verbrauch zugeschlagen. Sonst fand ich
weder Fisch noch Fleisch. Und für einen kleinen Kia oder Hyundai
konnte ich mich nicht begeistern. Ein gutausgestatteter Skoda Fabia
war entweder gerade nicht greifbar oder verhältnismäßig teuer.
Der Smart
Auf der "Gebraucht-Seite" von www.smart.at habe ich einen Smart
Passion vollausgestattet gesehen, der zwar mein geplantes Budget
etwas überzogen hätte aber mich trotzdem interessierte. Ich
erinnerte mich wieder an den Satz eines deutlich übergewichtigen
Bekannten, der meinte, daß er mit seinem fortwo lieber von Wien nach
Linz und zurück (ca. 400km) fuhr, als mit seinem Renault Twingo.
Darüber hinaus hatte kurz zuvor ein Freund von mir seinen Audi A8
verkauft und ohne jede Probefahrt einen Smart Brabus ungesehen
gekauft und war trotzdem großteils (Schwachpunkt: Schaltung) mit
seinem Brabus insbesondere mit den neuen Möglichkeiten in der Wiener
Innenstadt äußerst zufrieden.
Pragmatische Erwägungen
Bei der gedanklichen Überprüfung meiner Fahrgewohnheiten, konnte ich
feststellen, daß ein Wagen wie der Smart fortwo für mich absolut
ausreichend ist. Zum überwiegenden Teil bin ich alleine unterwegs.
Für einen Familienausflug kann jederzeit der Golf der
Lebensgefährtin verwendet werden. Auch meine Hobbies leiden nicht
wirklich darunter: Für das Fahrrad kann bei Bedarf eine
entsprechender Träger nachgekauft werden, der auch für die Schi
verwendet werden kann. Das Trial-Moped stand ohnedies in der
Steiermark und konnte bei meinen Besuchen im Süden benutzt werden.
Für Transporte des Mopeds war etwas Organisationstalent und Hilfe
seitens der Familie gefragt. Alle Punkte, die durchaus in Kauf
genommen werden konnten.
Probefahrt
Dies alles animierte mich eine Probefahrt für einen Smart im
Smart-Center Vösendorf zu vereinbaren. Allerdings fahre ich
durchschnittlich 20.000 - 25.000 km pro Jahr und einen Gutteil davon
auf der Autobahn. Daher wollte ich die Testfahrt unbedingt auf der
Autobahn und auf mittlerer Fahrstrecke durchführen. Wenngleich der
Verkäufer nicht ganz glücklich über die geplante lange Probefahrt
war, hat er diese kurzfristig ermöglicht. Spätestens am Wechsel
(also nach ca. 1 Stunde Fahrzeit) wusste ich, "ich kauf mir einen
Smart!". Das unkomplizierte und entspannende Fahren mit Automatik
aber auch der Sound bei Kickdowns ließen das ursprüngliche
Misstrauen wegen der "fehlenden" Autolänge rasch vergessen.
Lediglich den Asphaltschneidern die vorne original montiert sind,
traute ich wenig zu und führten dazu die Kurven am Wechsel
vorsichtig anzufahren. (Mittlerweile weiß ich: das geht alles
abgeriegelterweise voll! *smile*)
Sieg der Emotion
Ich glaube spätestens in Höhe der Autobahnraststation Zöbern am
Wechsel war klar: "ich kauf mir einen Smart!". Ich war einfach
zutiefst beeindruckt von der Fahrleistung und dem Fahrgefühl, daß
hier vermittelt wurden. Einem Rechenbeispiel
(Aufpreis/Wertverlust/Garantie) folgend wurde ein weiteres
preisliches Upgrade durchgeführt, und ich ließ mir einen Neuwagen
anbieten. Aus Gründen der Vorsicht habe ich den Kaufvertrag nicht
sofort entschieden und drei Tage Bedenkzeit vereinbart. Könnte doch
sein, daß die "Vernunft" noch Argumente gegen den Smart findet und
sich gegen die "Emotion" durchsetzt. War nicht so, nach zwei Tagen
hatte ich unterschrieben.
... ein unkompliziertes Auto
Nach eineinhalb Jahren und ca. 43.000 km, Langstrecken-Fahrten
Wien-Grado, Wien-Lechtal usw. kann ich sagen, daß ich bis jetzt noch
keine Sekunde bereut habe, mich für einen Smart entschieden zu
haben. In dieser Zeit hatte ich einmal eine Situation, die meine
"mobile Freiheit" einschränkte, weil ich einen 2-Sitzer hatte. Bei
der Urlaubsfahrt zu zweit sind wir jedesmal mit dem Smart gefahren,
ist mir einfach lieber! Mit Ausnahme eines defekten Kerzenschuhs,
dieser Mangel trat direkt nach einem Zündkerzenwechsel beim großen
Service bei 30.000 km auf, war der Smart bis dato ein völlig
unkompliziertes Auto (klopf-klopf-klopf). Wenig Verständnis habe ich
für den Unsinn, daß ein Glühbirnen-Wechsel am vorderen Scheinwerfer
eine Sache einer Werkstätte sein soll. Und wer es selbst versucht
und herausfindet wie es funktioniert, dem kann durchaus das Talent
zur Neuro-Chirurgie nachgesagt werden.
Untern Strich gefällt mir aber auch heute noch das konsequent
umgesetzte Raum-Konzept des Smart fortwo ausgezeichnet, mit dem ich
auch schon das Segel für ein 7,5 m-Segelboot plus persönlichem Kram
für zwei Personen und für ein verlängertes Wochenende am Boot in
Grado transportiert habe. Die teilbare Heckklappe ist praktisch beim
Beladen und erleichtert das "Hochstapeln".
... geht überall rein
Ein zweideutiger Wortwechsel mit einem Bekannten in geselliger Runde
bringen meinen Zugang zum Smart auf den Punkt. Nach der Bemerkung
von mir zum Thema Auto: "ich habe den Kürzesten!" streckte mir ein
Bekannter die Hand entgegen und wünschte mir mit mitleidsvollem
Gesicht sein Beileid. Dem entgegnete ich: "das braucht es nicht,
reinbekommen habe ich ihn noch überall"....

be smart, go smart ;-)
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